Die Gewährleistung von Datenschutz und Anonymität ist zentrale Voraussetzung und entscheidender Erfolgsfaktor für die Durchführung von Mitarbeiter- und Führungskräftebefragungen. Die Akzeptanz von Mitarbeitern, Führungskräften, Geschäftsführung, Betriebsrat sowie Datenschutzbeauftragtem hängt maßgeblich von der Handhabung und Kommunikation des Themas ab. Eine zentrale Aufgabe bei jeder Mitarbeiter- und Führungskräftebefragung ist daher eine sorgfältige Planung und Einhaltung von Datenschutz und Anonymität.
Mit ‘Mitarbeiterbefragung’ getaggte Artikel
Mitarbeiter- und Führungskräftebefragungen aus datenschutzrechtlicher Perspektive
Freitag, 26. März 2010Benchmarking von Mitarbeiterbefragungen
Dienstag, 24. November 2009Die Studie Nplus der tivian GmbH
Im Beitrag mit dem Titel „Was ist ein Wert wert?“ wurde das neue Benchmarking-Verfahren von tivian vorgestellt.
tivian hat eine flexible Methode zum externen Benchmarking von Ergebnissen einer Mitarbeiterbefragung entwickelt, die methodische Probleme und Verzerrungen durch das Verfahren umgeht und zu validen Ergebnissen führt.
Beim Vergleich mit externen Daten treten bei der herkömmlichen Vorgehensweise Verzerrungen durch die Verwendung unterschiedlicher Fragebögen, Skalierungen und Befragungszeiträumen auf.
tivian erhebt Benchmarkdaten, indem der Fragebogen des Zielunternehmens zum gleichen Zeitpunkt einer Stichprobe eines Online-Panels vorgelegt wird. Die Teilnehmer aus dem Online-Panel werden nicht im Vorfeld nach Merkmalen der Demografie oder Ihres Arbeitgebers selektiert, um die Ergebnisse des Zielunternehmens mit den Ergebnissen von Mitarbeitern vieler Unternehmen vergleichen zu können. Die Analyse erhobener demografischer Variablen ermöglicht im Nachhinein eine Auswertung spezifischer Mitarbeitergruppen, Branchen oder Unternehmensmerkmalen.
Im Rahmen der aktuellen Benchmarkstudie wurden die Erhebungsdaten der RAG AG mit einem Online-Panel verglichen. Hierbei konnten bei ca. 70 % aller Items signifikante Unterschiede zwischen den Ergebnissen des erhobenen Benchmarks und der Mitarbeiterbefragung der RAG AG festgestellt werden. Die Zufriedenheitswerte der RAG- Mitarbeiter liegen dabei über denen der Vergleichsgruppe; weitere Erkenntnisse zu einzelnen Handlungsfeldern und Themenbereichen mit Optimierungsspielraum können gewonnen werden.
Die beiden Datensätze unterscheiden sich erheblich in den demografischen Merkmalen der jeweiligen Mitarbeiter. Da Korrelationen signifikante Einflüsse der Demografie auf das Antwortverhalten zeigen, müssen diese berücksichtigt werden.
Hierzu wurde der Benchmark-Datensatz mit den demografischen Merkmalen der RAG- Mitarbeiter gewichtet. Der direkte Vergleich der Ergebnisse zeigt, dass sich die Unterschiede in den Werten kaum auf die Demografie der Mitarbeiter zurückführen lassen. Die Effekte sind lediglich minimal messbar. Der Datensatz des Benchmarks hat sich somit als valide und aussagekräftig herausgestellt.
Interpretiert man Benchmarking als „Messen der eigenen Ergebnisse an den Besten“, so bietet Nplus die Möglichkeit, die Bewertung der zufriedensten Mitarbeiter aller Vergleichsunternehmen mit den eigenen Gesamtergebnissen zu vergleichen.
Nplus liefert somit die Antwort zur Frage „Was ist unser Wert wert?“ und ergänzt das interne Benchmarking mit anderen Teams oder Standorten, sowie historischen Werten, um externe Vergleichszahlen ohne die herkömmlichen Verzerrungen.
Von Daten zu Taten
Dienstag, 24. November 2009Die Mitarbeiterbefragung 2009 der Evonik Industries AG
Den Auftakt der Vortagsreihe zur 1. tivian-Fachtagung „Aktuelle Trends bei Mitarbeiterbefragungen und Führungskräfte-Feedbacks: Praxis trifft Wissenschaft“ setzte Christian Menden.
Christian Menden, Referent Personalstrategie bei Evonik Industries AG, stellte seine Erfahrungen bei der Umsetzung von Mitarbeiterbefragungen vor. Der Essener Mischkonzern führte 2009 mit rund 41.669 Mitarbeitern mit dem tivian-Team, zu dem Zeitpunkt noch Teil der Globalpark AG, eine Mitarbeiterbefragung durch.
Eine besondere Konstellation bei Evonik Industries stellt das Zusammenspiel der drei großen Unternehmensbereiche dar: Chemie, Energie und Immobilien und die damit verbundene notwendige Abbildung komplexer Matrixstrukturen. Neben der vorliegenden Komplexität der Organisationsstruktur bei Evonik Industries ist das Handling des Fragebögen im Übersetzungsprozess einer weltweiten Befragung eine besondere Herausforderung.
Um beide Schritte zu bewältigen, machte sich Evonik besondere Tools von tivian zunutze: Für das Handling des Übersetzungsprozesses wurden die Übersetzer mit dem Translator Interface vertraut gemacht. Dies schafft die Voraussetzung, die Korrekturschleifen der Übersetzungen direkt online einzuarbeiten. Dadurch, so hob Menden hervor, konnte man beispielsweise die passenden Text-Umbrüche direkt an der Online-Version sehen. Bei fremden Sprachen wie z. B. chinesisch, habe sich dies für die richtige Darstellung als großer Vorteil erwiesen.
Nach der Befragung steuerte Evonik den Follow-up Prozess gemeinsam mit den extra hierfür aufgesetzten Tools von tivian. Beispielsweise konnte die Berichtsauslieferung so an bestimmte Rollen und Berechtigungen der Berichtsempfänger geknüpft werden. Die Maßnahmenplanung wurde mit dem sogenannten „Action Planner“ gestaltet. Menden dazu: „Wir schaffen damit kein Kontrollinstrument, sondern eher eine kommunikative Verknüpfung zwischen den Einheiten“.
Im Anschluss an den Vortrag entfachte sich eine anregende Diskussion über methodische Fragen, wie beispielsweise, ob monetäre Anreize die Datenqualität beeinflussten. Obwohl hier die Teilnehmer unterschiedlicher Auffassung waren, einigten sie sich in dem Punkt, dass bspw. in den USA Incentives die Rücklaufquoten erfahrungsgemäß erhöhten. Einen Einfluss auf die Datenqualität haben monetäre Anreize, so der abschließender Konsens, nicht.

