Bedingungen und Konsequenzen für die Führungspraxis
Die Teilnehmer des Workshops „Emotionen im Arbeitskontext“ bei Frau Prof. Dr. Fischbach von der Deutschen Hochschule der Polizei in Münster berichteten über ihre unternehmenseigenen Befragungsinstrumente und deren Bezug zu „Arbeitsemotionen“. Arbeitsemotionen werden vor allem in den Mitarbeiterbefragungen angesprochen.
Die entsprechenden Fragen sind oft auf die Erhebung von „Wohlbefinden“ oder von „Belastung“ ausgelegt – hier oft im Sinne „psychischer Belastung“. Aus den emotionsbezogenen Fragen lassen sich in den Auswertungskonzepten verschiedene Schlussfolgerungen ziehen, die von Ursachenfaktoren über Indikatoren bis hin zu Zielvariablen reichen. Auch die Verarbeitung der Ergebnisse von Mitarbeiterbefragungen oder Führungskräfte-Feedbacks wurde im Workshop als „emotionaler Belastungsfaktor“ im Zusammenhang mit betrieblichen Umfragen hervorgehoben.
Weiterhin stellte Prof. Dr. Fischbach aus dem Stand der Forschung zum Thema „Gestaltung von Arbeitsemotionen“ vor:
Die Gestaltung von Arbeitsemotionen ist kein Modethema sondern Gegenstand umfassender wissenschaftlicher Forschung. Der Kenntnisstand, inwieweit „emotionale Intelligenz“ mit Berufserfolg oder erfolgreicher Führung zusammenhängt, ist jedoch noch gering.
Eine Führungskraft darf nicht nur als Gestalter von Emotionen bei den Mitarbeitern gesehen werden, da sie selbst in einem emotionalen Spannungsfeld steht, das oft übersehen wird.
Die Herausforderung für Führungskräfte besteht darin, Emotionen zu erkennen, zu verstehen und aktiv zu gestalten. Die wohl wichtigste Leistung für Führungskräfte in diesem Zusammenhang ist die Regulation eigener Emotionen. Dies kann sowohl bedeuten, dass angemessene Verhaltensweisen zum Ausdruck der Emotionen gewählt werden oder die Führungskräfte durch Einstellungsänderungen ihre eigenen Emotionen in Richtung akzeptabler Ausdrucksformen verändern. Diese verschiedenen Regulationsmöglichkeiten fordern dabei unterschiedliche Ressourcen von der Führungskraft ab.
Führungskräfte brauchen daher auch Unterstützung, angemessene Ausdruckformen für ihre Emotionen zu finden und zu beherrschen sowie dabei ressourcenschonende Regulationsstrategien einzusetzen. Dies muss den Umgang mit positiven als auch mit negativen Emotionen einschließen.



