Am 28. Mai 2010 veranstaltete tivian das erste Symposium in 2010. Im Rahmen von drei Workshops wurden verschiedene Themen rund um den Titel der Veranstaltung „Vom Design zum Follow-up: Befragungen in Organisationen“ rege diskutiert.
Den Auftakt setzten Prof. Dr. Jörg Felfe (Universitätsprofessor für Organisationspsychologie an der Helmut-Schmidt-Universität Hamburg) und Matthias Brüggmann (Senior Consultant bei der tivian GmbH) mit dem Workshop Befragungsstrategie entwickeln und umsetzen. Der Fokus der Diskussion lag im Folgenden auf Führungskräfte- bzw. Vorgesetztenbeurteilungen.Drei strategische Ausrichtungen (Personalentwicklung, Beurteilung und Organisationsentwicklung) wurden identifiziert sowie die spezifischen Chancen und Risiken erörtert.
Viele Teilnehmer legten auf Basis ihrer Erfahrungen bei der Gestaltung des Erhebungsinstruments Wert auf die Verwendung unternehmensnaher Formulierungen. Eine 1:1 Verwendung von theoretischen Konstrukten wurde als wenig sinnvoll erachtet. Befürwortet wurde in diesem Sinne auf die kontinuierliche Weiterentwicklung des Instruments, welche den organisatorischen Wandel berücksichtigt.
Der zweite Workshop mit Dirk Bergmann (Personalstrategie der RAG Aktiengesellschaft) und Dr. Joachim Schroer (Senior Consultant bei tivian) hatte den Nutzen externer Benchmarks zum Thema. Ausgangspunkt der Diskussion war die These, dass zur Beurteilung von Ergebnissen einer Mitarbeiterbefragung externe Benchmark-Daten unerlässlich sind. Diese helfen zu beurteilen, inwiefern die HR-Politik des Unternehmens erfolgreich ist, wie die Mitarbeiter ihr Unternehmen im Vergleich zur Arbeitsbevölkerung einschätzen und wo Verbesserungspotentiale liegen.
Benchmarking, so eine Schlussfolgerung, ist für Unternehmen unumgänglich, jedoch sollte bei der Auswahl der Methode vor allem auf Aktualität und Vergleichbarkeit der Daten geachtet werden. Außerdem ist der Austausch in einer Erfahrungsgruppe mit anderen Personalentwicklern sinnvoll.
Den Abschluss bildete der Workshop Strategische Kommunikationslösungen für die Projektleitung mit Lena Ströbele (HR Expert Concept /Consulting) von der Roche Diagnostics GmbH und Martin Dolleschel (Key Account Manager bei tivian). Für den Erfolg jeder Befragung ist es unerlässlich, dass verschiedene Stake holder wie der Betriebsrat, das Management und Mitarbeiter, das Projekt befürworten und unterstützen.
Bei den Workshop-Teilnehmer herrschte Konsens, dass zwei Maßnahmen für ein gelungenes Projektmanagement entscheidend sind. Zum einen muss Vertrauen in das Befragungstool aufbaut werden. Dies beinhaltet u.a. die Methodik, Datenschutz und die Durchführung von Folgemaßnahmen. Zum anderen muss die Kommunikation zielgerichtet auf die jeweiligen Interessen der verschiedenen Zielgruppen abgestimmt sein.